Fortgeschrittene Bedrohungsforschung: Analyse der aus Russland stammenden Collector-Stealer-Malware

F5-Ökosystem | 16. Dezember 2021


Collector-Stealer, eine Schadsoftware russischen Ursprungs, wird im Internet häufig eingesetzt, um sensible Daten aus Endbenutzersystemen auszuschleusen und in den zugehörigen C&C-Panels zu speichern. Um die Branche bei der Abwehr dieser Bedrohung zu unterstützen, präsentieren Aditya K Sood und Rohit Chaturvedi vom Advanced Threat Research Center of Excellence im Office of the CTO von F5 eine umfassende Analyse der Collector-Stealer-Malware. Dabei decken sie verborgene Artefakte auf und beleuchten die Binäranalyse, die Funktionsweise sowie den Aufbau der zugehörigen C&C-Panels.

Collector-Stealer hat sich innerhalb relativ kurzer Zeit stark verbreitet. Die von der Malware gestohlenen Informationen werden in der Regel auf Untergrundmärkten für kriminelle Zwecke angeboten. Angreifer nehmen mit Collector-Stealer vor allem europäische Länder ins Visier, doch auch Nutzer in anderen Ländern wie den USA, China und Kambodscha sind betroffen.

Im Folgenden finden Sie einige der wichtigsten Erkenntnisse und interessanten Merkmale von Collector-stealer, die bei dieser Analyse aufgedeckt wurden:

  • Collector-stealer nutzt mehrere Methoden, um eine Infektion einzuleiten, darunter:
    • Nutzer werden dazu verleitet, Phishing-Portale zu besuchen, die kostenlose Spiele-Downloads anbieten
    • Softwarepakete zur Aktivierung bzw. zum Cracken von Windows
    • Gefälschtes Miner-Webportal (ein Webportal, das ähnliche Inhalte wie das Portal eines Anbieters von Kryptowährungssoftware nachahmt, um Drive-by-Download-Angriffe auszulösen)
  • Collector Stealer ist in C++ geschrieben und infiziert den Rechner des Benutzers, um wichtige Daten wie gespeicherte Passwörter, Webdaten, Cookies, Screenshots und weitere Informationen zu stehlen. Die Malware-Autoren setzten in ihrem Code Verschleierungstechniken ein, um die Analyse durch Sicherheitsforscher zu erschweren und den Code komplexer zu gestalten.
  • Bevor Collector-Stealer Daten an den C&C-Server sendet, überprüft er die Internetverbindung auf dem Rechner des Opfers, indem er die IP-Adresse 1.1.1.1 des DNS-Resolvers von Cloudflare anpingt. Schlägt die Ping-Anfrage fehl, löscht er die ausführbare Datei zusammen mit den gesammelten Daten vom Rechner des Opfers und beendet sich anschließend unbemerkt. Andernfalls sendet er die gesammelten Daten an den C&C-Server.
  • Collector-Stealer verwendet das HTTP-Protokoll und die POST-Methode, um die gesammelten Daten zu übertragen. Vor der Übertragung komprimiert die Malware die Daten in eine .zip-Archivdatei, die anschließend an den C&C-Server gesendet wird.

Collector-Stealer erfreute sich aufgrund seines großen Funktionsumfangs in Untergrundforen zunehmender Beliebtheit. Wir haben beobachtet, dass viele Nutzer Interesse am Kauf dieser Malware zeigten, und einige Gruppen versuchten sogar, eine gecrackte Version anzubieten. Die russische Gruppe „Hack_Jopi“ verkauft Collector-Stealer seit Oktober 2018 in Foren.

Die vollständige Forschungsarbeit mit einer detaillierten Analyse dieser Malware wurde im Virus Bulletin veröffentlicht. Die Forschungsarbeit, in der die oben genannten und weitere Erkenntnisse ausführlicher behandelt werden, finden Sie unter:
https://www.virusbulletin.com/virusbulletin/2021/12/collector-stealer-russian-origin-credential-and-information-extractor/ 

Viel Spaß!

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Schlagwörter: Office of the CTO, 2021

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