Die Cloud ist noch lange nicht damit fertig, das Rechenzentrum zu revolutionieren

F5-Ökosystem | 17. Dezember 2018

Die Cloud war die erste Welle der digitalen Transformation.

Oh, wir haben es damals nicht so genannt. Denn wir wussten nicht, was wir da in Gang setzten. Aber genau das war es, und die Umwälzung des Rechenzentrums ist noch längst nicht abgeschlossen.

Cloud als digitale Transformation

Die digitale Transformation wird häufig in zwei Kategorien unterteilt. Die erste konzentriert sich auf das Konzept des „papierlosen Arbeitens“. Dabei geht es unmittelbar um den Wunsch, die Produktivität mithilfe von Technologie digital zu steigern: durch mobile Apps, die Automatisierung und Orchestrierung der IT sowie die Einführung von Cloud-Lösungen, um Reibungsverluste zu reduzieren.

Der zweite Ansatz konzentriert sich auf technische Geräte und vernetzte Systeme. Das Internet der Dinge (IoT) – sowohl im Verbraucher- als auch im Industriebereich – steht im Mittelpunkt dieser Art der digitalen Transformation. Beim IoT liegt der Schwerpunkt auf der Erfassung von Daten, die zur Optimierung geschäftlicher und betrieblicher Entscheidungen genutzt werden können.

Im Kern beider Definitionen der digitalen Transformation steht die Idee von Komfort und einfacher Interaktion. Das ist das schmutzige kleine Geheimnis der digitalen Transformation. Sie verändert nicht, was wir tun, sondern nur, wie wir es tun.

Betrachten Sie diesen Hilferuf aus meiner Nachbarschaft, der nach besonders starkem Schneefall im April 2018 auf NextDoor veröffentlicht wurde.

Nun, all das – nach einem Sturm Hilfe beim Schneeräumen zu suchen oder herauszufinden, ob die kommunalen Dienste planmäßig kommen – ist nichts Neues. Das haben wir schon immer getan. Früher haben wir dafür jedoch zum Telefon gegriffen oder sind von Tür zu Tür gegangen. Heute nutzen wir stattdessen Technologie, um mit allen in Kontakt zu treten und zu kommunizieren – von unseren Nachbarn über unsere Kommunalverwaltungen bis hin zu alltäglichen Diensten wie der Abholung von Wertstoffen und Müll.

Genau das hat die Cloud bewirkt. Sie war die erste Welle der digitalen Transformation, weil sie die Art und Weise, wie wir mit der Netzwerk- und Anwendungsinfrastruktur interagieren, grundlegend verändert hat. Wir meldeten uns nicht mehr über eine CLI an, sondern arbeiteten über eine API. Wir verlagerten den Betriebsaufwand ebenso wie die Methoden, mit denen wir mit der Technologie interagierten, auf höhere Ebenen des Stacks.

Die Cloud hat genau das bewirkt und seither alle anderen Technologien maßgeblich beeinflusst.

Die Cloud hat uns einen besseren Weg aufgezeigt, Netzwerk- und Anwendungsinfrastrukturen einzubinden, bereitzustellen und anschließend zu betreiben. Und dieser bessere Ansatz hält langsam, aber sicher Einzug in die Rechenzentren von Organisationen auf der ganzen Welt. Die digitale Transformation, die mit der Cloud begann, erfasst nun mit beinahe überraschender Geschwindigkeit auch On-Premises-Systeme.

Diese digitale Transformation der IT lässt sich unmittelbar auf das Cloud Computing und dessen auf den ersten Blick kaum erkennbare, tiefgreifende Auswirkungen auf unsere Einstellung zum Umgang mit Technologie zurückführen. Nachdem wir die Cloud kennengelernt und festgestellt hatten, dass wir auf höheren Ebenen des Technologie-Stacks einfacher interagieren konnten, waren wir begeistert. Das galt auch für Entwickler und Betreiber, die sich durch die Anfangszeit der Cloud kämpften und daraus mit sehr klaren Vorstellungen davon hervorgingen, wie das Rechenzentrum der Zukunft aussehen sollte.

Warum ist das also von Bedeutung? Was macht es schon, wenn die Cloud die erste Welle der digitalen Transformation war?

Denn die zweite Transformationswelle kann die Branche jeden Moment überrollen.

Der zweite Frühling der Cloud

Eine weitere Sache, die die Cloud verändert hat, ist nämlich nicht nur die Art und Weise, wie wir mit Infrastruktur interagieren, sondern auch, wie wir sie nutzen. Ich spreche hier nicht von Geschäftsmodellen, Lizenzierung und Abonnements. Bla, bla, was auch immer. Mich interessiert vielmehr, wie die Cloud etwas angestoßen hat, das heute durch Microservices und Container beschleunigt wird – die Aufspaltung des Netzwerks.

In der Cloud konzipiert man heute eine Anwendung und ihre Infrastruktur weniger, als dass man sie zusammensetzt. Man baut einen Stack, keine Komplettlösung, und setzt ihn aus Anwendungsdiensten mit sehr eng umrissenen Schwerpunkten zusammen. So, wie man eine App aus Microservices oder – was wahrscheinlicher ist – Miniservices – zusammensetzen würde.

Anstatt einen Datenpfad mit Kabeln festzulegen, verketten Sie die Konfigurationen der Anwendungsdienste, die Sie benötigen, um Ihre Anwendungslast zu skalieren und abzusichern – unabhängig davon, ob es sich um einen Microservice, Miniservice oder Monolithen handelt. Sie verketten die Konfigurationen einzelner Anwendungsdienste. Denn genau dadurch heben sich Cloud-Anbieter heute voneinander ab – durch einzelne Anwendungsdienste mit Mehrwert.

Die Auswirkungen werden sich eher früher als später auf dem gesamten Markt bemerkbar machen. Die durch die digitale Transformation der Cloud ausgelösten Veränderungen dauern an, und diese zweite Welle, wenn man so will, rollt bereits auf Rechenzentren in aller Welt zu. Sie zeigt sich auch in der zunehmenden Verbreitung von Containern und deren stark auf Microservices basierenden Stacks, in denen Lösungen nicht entworfen, sondern zusammengesetzt werden – aus einer Fülle von Anwendungsdiensten, die sich über alle erdenklichen Ebenen des Stacks erstrecken.

In der ersten Welle ging es darum, wie wir mit der Infrastruktur interagieren. In der zweiten wird es darum gehen, wie wir diese Infrastruktur zusammenstellen.

Machen Sie sich auf einiges gefasst, denn die Cloud ist noch lange nicht damit fertig, das Rechenzentrum auf den Kopf zu stellen.

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Schlagwörter: 2018

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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